Fachtagung Lebensmut statt Lebensende
17.03.2026
Gelungene Fachtagung „Lebensmut statt Lebensende“
85 Fach- und Führungskräfte aus der Altenhilfe sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte in der Altenhilfe, Hospizarbeit und Palliativversorgung kamen am 11. März 2026 zur ersten Fachtagung des VKA nach Paderborn. Unter dem Titel „Lebensmut statt Lebensende – Gemeinsam stark für die Suizidprävention in der Altenhilfe“ fand ein intensiver interdisziplinärer Austausch statt, der auch bestehende Netzwerke über die Bistumsgrenzen hinaus stärkte. Damit war die Fachtagung ein gelungener und würdiger vorläufiger Abschluss für das VKA-Projekt „LebensWert – dem Thema assistierter Suizid begegnen“.
Warum schlägt mein Herz noch?
Prof. Dr. Reinhard Lindner eröffnete die Tagung mit dem Vortrag „Warum schlägt mein Herz noch? Prävention des assistierten Suizids“. Er erläuterte Grundlagen und Prinzipien der Suizidprävention, stellte aktuelle Daten zu Suizid, Suizidversuchen und Suizidalität vor und beleuchtete Auslöser und Ursachen von Todeswünschen. Dabei zeigte er das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge beim assistierten Suizid auf.
Gespräche über den assistierten Suizid in Familien
Unter dem Titel „Hineingehört – Gespräche über den assistierten Suizid in Familien“ sprach Klaus-Dieter Neander über Perspektiven von Menschen mit Suizidwunsch. Anhand beispielhafter Aussagen machte er deutlich, welche Gedanken und Motive dahinterstehen können: Fragen nach dem Sinn, belastende Situationen weiter auszuhalten, der Wunsch, niemandem zur Last zu fallen, sowie ein Gefühl von „Lebenssattheit“.
Wohlbefinden durch therapeutisches Gammeln
Dr. Stephan Kostrzewa stellte seinen ungewöhnlichen Ansatz „Wohlbefinden und Autonomie durch Therapeutisches Gammeln – Wegweiser für die Suizidprävention?“ vor. Bewusste Entlastung und das Zulassen von Ruhe können dazu beitragen, das Wohlbefinden im Alter zu stärken und damit auf die Suizidprävention einzahlen.
Starke Beiträge aus dem VKA
Auch die Beiträge der Mitarbeiterinnen aus dem VKA trugen zur gelungenen Tagung bei. So hielt Ulrike Molitor (Leitung Fachbereich Ethik) den Impuls-Vortrag „Warum wollen Sie nicht mehr leben?“ – Sozial ethische Zugänge zu Sterbewünschen im Alter. Darüber hinaus kamen wichtige Best-Practice Impulse zur Suizidprävention in der Altenhilfe vom VKA: Sabine Breimann berichtete als Leiterin über das Projekt LebensWert. Barbara Hollmann stellte die für dieses Projekt entwickelte Taskcards-Plattform vor. Last but not least sprach Johanna Möller (Referentin für Suizidprävention in Altenhilfe und hospizlich-palliativer Versorgung) anhand des Projektes Saltho über Suizidprävention in der Altenhilfe und hospizlich-palliativer Versorgung.
Mit über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stieß die Fachtagung auf große Resonanz.